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Zehn Irrtümer über Selbstverteidigung

 Freitag, 26. Oktober 2018
Wer einen schwarzen Gürtel hat, ist unbesiegbar und wer eine Waffe bei sich trägt, hat nichts zu befürchten? Zehn der größten Irrtümer zum Thema Selbstverteidigung kompakt zusammengefasst und erklärt.

1. Körperliche Stärke reicht zum Gewinnen

Stark zu sein und hart zuschlagen zu können ist gut. Kraft allein ist zur Verteidigung aber nicht immer ausreichend, denn nicht jede Situation lässt sich durch körperliche Überlegenheit lösen. Beim Kampf gegen mehrere Gegner, sobald Waffen im Spiel sind oder wenn du verletzt bist verliert körperliche Stärke schnell an Bedeutung. Bloße Kraft sorgt zum Beispiel nicht dafür, unter dem Stress einer akuten Bedrohung handlungsfähig zu bleiben. Sie hilft auch nicht dabei, eine Situation verbal zu entschärfen, so dass es gar nicht erst zu einem Kampf kommt. Die letzten beiden Fähigkeiten sind in der Selbstverteidigung besonders wichtig.

2. Ein paar gut geübte Kampftechniken sind genug, um sich zu verteidigen

Stell dir folgende Situation vor: Eine Person steht vor dir, redet aggressiv auf dich ein und bewegt sich hektisch. Es ist nicht so richtig klar, ob sie gleich zuschlägt oder nur Dampf ablassen will. Auswendig gelernte Techniken kannst du unter diesem Stress nicht abrufen. Selbst wenn du dich an eine erinnerst wird sie dir wenig nützen. Dazu müsste sich dein Gegner schon genau so verhalten als wäre er dein Übungspartner. Techniken und Tricks funktionieren nur in einem engen Anwendungsbereich gut und müssen ansonsten mit viel roher Gewalt und Kraft durchgesetzt werden. Für eine erfolgreiche Selbstverteidigung braucht es Anpassungsfähigkeit, die nicht durch bloßes Auswendiglernen von Techniken vermittelt wird.

3. Wer irgendeinen Kampfsport trainiert kann früher oder später kämpfen

Gute Idee, aber nicht jeder Kampfsport eignet sich auch zur Selbstverteidigung. In vielen Situationen verwickelt ein Gegner dich erst in ein Gespräch, macht dir gezielt Angst und nutzt dies für seinen Angriff. Dabei wird er häufig versuchen, näher an dich herankommen, um dann plötzlich und ohne Vorankündigung zuzuschlagen. Kannst du diese Situation beherrschen und dich auch gegen überraschende Schläge aus direkter Gesprächsdistanz schützen? Bist du in der Lage, verbal zu deeskalieren, so dass es gar nicht erst zum Kampf kommt? Diese Fähigkeiten sind nicht immer Teil eines reinen Kampfsporttrainings. Für die Selbstverteidigung sind sie sehr relevant, aber z.B. für Wettkämpfe und Turniere fast überhaupt nicht.

4. Wer einen schwarzen Gürtel hat kann auf jeden Fall gut kämpfen

Wer einen schwarzen Gürtel trägt hat bewiesen, dass er im Training, Wettkampf und beim Sparring auf der Übungsmatte die vom Trainer geforderten Techniken anwenden kann. Unter dem Druck einer echten Bedrohung, d.h. außerhalb eines sportlichen Regelwerks, sind diese Techniken aber nicht unbedingt abrufbereit. Hier gibt es keinen Schiedsrichter oder Trainer, der einen Kampf beendet. Von einem aggressiven Angreifer ist auch auch keine sportliche Fairness zu erwarten. Stattdessen kommt es darauf an, ob du z.B. den Vorkampf beherrschst, also schon Gespräch und Körpersprache zu deinem Vorteil nutzen kannst.

5. Wer erst Mal gelernt hat sich zu verteidigen hat keine Angst mehr

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Angst ist wichtig, denn sie versetzt dich körperlich und psychisch in die Lage, zu handeln. Sie kann dich andererseits aber auch überwältigen und genau in dem Moment vollkommen lähmen, in dem du dich am meisten bewegen müsstest. Dieser Schockstarre vorzubeugen oder sie abzuschütteln ist Teil eines guten Selbstverteidigungstrainings.

6. Laut zu schreien und selbstbewusst aufzutreten reicht, um jeden Ärger zu verhindern

Das sind in der Tat sehr wichtige Fähigkeiten in der Selbstverteidigung. Tatsächlich kann lautes Schreien und selbstbewusstes Auftreten in vielen Fällen schon genügen, um einen Gegner loszuwerden. Manchmal reicht das aber trotzdem nicht. Dann ist es erforderlich sich auch körperlich verteidigen zu können. Wenn du das kannst wirst du ohnehin automatisch selbstbewusster auftreten.

7. Wer immer und überall wachsam ist bemerkt jede Gefahr rechtzeitig

Ständig in voller Alarmbereitschaft zu sein ist weder gesund, noch schützt es dich. Im Dauerstress kann das menschliche Nervensystem Gefahren nicht mehr richtig einordnen. Tatsächliche Bedrohungen, die dir andernfalls aufgefallen wären, werden dadurch schnell übersehen.. Sehr viel effektiver ist es zu wissen, wann du dein Gefahrenradar hochfahren musst und wann du entspannen kannst. Wo sind die gefährlichen Spots? Woran erkenne ich, ob jemand zur Gefahr werden kann? Auch diese ruhige Einschätzung von Personen oder Situationen wird als Teil guter Selbstverteidigung geschult.

8. Wer sich eine Waffe anschafft ist auf jeden Fall sicher

Auch der Umgang mit einer Waffe muss erst trainiert werden. Eine Waffe schnell genug aus der Tasche zu holen und wirkungsvoll einzusetzen ist unter dem Stress eines Angriffs nicht einfach. Wenn du nicht geübt darin bist ein Entwenden zu verhindern kann dir eine Waffe auch abgenommen und dann gegen dich verwendet werden. Eine Kleinwaffe ist nur dann ein Schutz, wenn sie absolut sicher beherrscht wird. Ansonsten wiegst du dich in falscher Sicherheit.

9. Ausbilder für Spezialeinheiten und Militär wissen am besten, was im Ernstfall zu tun ist

Zum Glück gibt es Menschen, die sich beruflich auf die Ausbildung für Kampfeinsätze spezialisieren. Allerdings unterscheiden sich zivile Situationen vollkommen von Einsätzen der Polizei oder des Militärs. Das beginnt bei der Ausgangssituation und darin enthaltenen psychologischen Aspekten, betrifft aber auch die Taktik und konkret eingesetzte Techniken. Auch die Ausbildungsart und der gesetzliche Rahmen sind völlig unterschiedlich, so dass sich dieses Wissen nicht einfach übertragen lässt. Im Krieg und in Polizeieinsätzen gelten eben andere Regeln als in unserem Alltag - und das ist gut so.

10. Man kann immer einfach weglaufen

Wegzulaufen ist oft die eleganteste und sicherste Lösung. Es gibt aber Situationen in denen das einfach nicht möglich ist. Das ist z.B. der Fall wenn du deine Familie bei dir hast und nicht alle schnell genug rennen können. Auch wenn du verletzt bist oder es einfach keinen freien Fluchtweg gibt kannst du nicht weglaufen. Dann musst du dich und andere notfalls körperlich schützen können.
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